Die aktuell politische Lage rund um das Thema Biogas / Biomethan sorgt in der gesamten Branche für große Verunsicherung. Der vorliegende Referentenentwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) droht – so zeigen Gutachten und Branchenanalysen – zentrale europäische Vorgaben aus der EU‑Gasrichtlinie nicht ausreichend zu berücksichtigen. Für viele Biomethananlagen, insbesondere für kleinere und mittlere Betreiber im ländlichen Raum, hätte das gravierende Folgen.
Um dies zu verhindern, haben sich zahlreiche Marktakteure zusammengeschlossen und ein gemeinsames Branchenpapier veröffentlicht. Es zeigt deutlich:
Biomethan ist unverzichtbar für eine sichere, klimaneutrale Energieversorgung – und es braucht politische Vernunft, klare Leitplanken und Planungssicherheit. Die gibt es aktuell nicht.
Warum Biomethan jetzt so wichtig ist
Bereits heute liefern Biogas und Biomethan rund 100 TWh Energie pro Jahr – zuverlässig, speicherbar und regional verankert. Bis 2045 könnte dieser Beitrag auf bis zu 200–300 TWh steigen. Aber das ist noch nicht alles.
Biomethan ….
… stärkt die Resilienz gegenüber geopolitischen Risiken,
… ersetzt fossiles Erdgas und reduziert CO₂-Emissionen,Emissionen,‑Emissionen,
… schafft Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum,
… ist auf absehbare Zeit das kostengünstigste verfügbare grüne Gas.
Gleichzeitig haben viele europäische Nachbarländer längst ambitionierte Hochlaufprogramme gestartet. Deutschland gilt als Vorreiter im Bereich Biogas / Biomethan und riskiert nun, auch in dieser Branche den Anschluss zu verlieren.
Die Kernforderungen des Branchenpapiers
Damit Biomethan seinen Beitrag zur Energiewende leisten kann, braucht es einen verlässlichen Rechtsrahmen. In einem Branchenpapier formulieren verschiedene Stakeholder der Biogasbranche klare Prioritäten. Sie fordern vor allem Planungs- und Investitionssicherheit für Biomethananlagen. Dazu gehört ein verlässlicher Netzzugang, bei dem Netztrennungen nur als letzte Lösung und unter strengen, EU-konformen Voraussetzungen zulässig sind. Biomethan muss – entsprechend der EU-Gasrichtlinie – vorrangigen Zugang zur Gasinfrastruktur erhalten, inklusive transparenter Verfahren, klarer Fristen und genehmigungspflichtiger Kapazitätsbeschränkungen.
#volleSpeicher
Eine Hashtag-Aktion aus der Branche zeigt, wie groß der Stillstand der Politik zum Thema Biogas / Biomethan ist. Während über leere Gasspeicher gesprochen wird, wird das Potential der dezentralen Speicher komplett außer Acht gelassen – dabei sind die Biogasspeicher voll und können jederzeit abgerufen werden!
Um es mit den Worten von Thomas Karle, Präsident des Fachverbands Biogas, auf den Punkt zu bringen: „Wenn ich zu Hause merke, dass sich der Kühlschrank leert, werfe ich doch nicht den Schlüssel für die Vorratskammer aus dem Fenster.“ Bei Biogas hingegen scheint die Politik genau diesen Schlüssel verlegt zu haben.
Auch die kleineren Biogasanlagen leisten ihren Beitrag
Gerade kleine und mittelgroße Biogasanlagen können entscheidend zur regionalen Energieversorgung beitragen, doch sie sind gleichzeitig am stärksten von unsicheren Rahmenbedingungen betroffen. Gerade die hohen, finanziellen und bürokratischen Hürden sind hier oft zu hoch, um eine Anlage zu halten.
Gemeinsam laut werden: Engagiert euch vor Ort
Politische Entscheidungen entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie werden beeinflusst von Stimmen aus der Praxis – von Betreibern, Kommunen, Bürgerinnen und Bürgern. Egal wie klein, egal wie groß: zusammen machen wir die Branche.
Du willst auch eine Stimme bekommen? Damit ihr aktiv werden könnt, haben wir Flyer und Informationsmaterialien erstellt, die ihr für Gespräche mit Lokalpolitik, Verwaltung, landwirtschaftlichen Verbänden oder Bürgergruppen nutzen könnt: